Teile, aus der Originalfassung die in der"Public Edition" entfernt wurden, haben den Weg zurück in die "Survive Edition" geschafft. Die Story ist wieder schlüssig, allerdings sind diese Teile sicherlich anstößig. Der Umfang des Buches mit 133 Tausend Worten auf 600 Seiten ist allerdings mehr als Abendfüllend. (Triggerwarnung!) Das Buch wird jetzt doch wegen der vielen Änderungen die fünfte Auflage. Vorbestellungen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hallo meine Leser,
Hier mal wieder ein kleines Update. Es war Irrsinn bei der Nachfrage des Buches den Druck und Versand selbst zu übernehmen. Das ist einfach nicht schaffbar! Die letzte Auflage hatte ein Volumen von dreihundertfünfzig Büchern. Die Anfragen aus den Bestellungen aus Facebook, Gayromeo und Whats App und war innerhalb von drei Wochen inklusive dem Versand weg. Ein Viertel Handvergabe, der Rest ermäßigte Büchersendung, ich habe noch drei Bücher im Regal das reicht auch für die Verlagsgespräche nicht mehr aus. Die Postfiliale in der Vogesenstrasse bekam mit mir eine Krise, die Sendungen nach Kroatien gingen mit der Luftpost über sieben Euro pro Stück raus, mit dem Restbestand der ungekürzten Originalfassung, die ich nicht mehr herausgebe, unter dem Strich ein fettes Minus. Es muss also jetzt doch ein Verlag her. Es kam oft die Frage, was ich daran verdient habe. Dem Buch lag ein Schreiben bei, indem ich die Zahlung von dreißig Euro für den weißen Engel auf Ivicas Grab freiwillig machte. Für mich letztendlich auch ein Test und um nicht den Zahlungseingang checken zu müssen. „Das Geld dafür war einfach da“ Das Feedback auf das Buch war „überwältigend“ der Zahlungseingang einfach lächerlich. Es spielt keine Rolle, denn das was ich mit dem Buch bezweckt habe, ist bereits geschehen. Das wichtigste Umfeld von Ivica Jan Seger-Višnjić ist versorgt, entschuldige wenn du nicht dabei warst.

Kompakt geschrieben, wenige Dialoge, kein sinnfreier Fülltext. Gefühle und Fakten. Die ungekürzte Originalfassung bekommt keine ISBN, geht auch nicht online und bleibt ein limitierter Einzeldruck.
Es wird erneut ein limitierten Einzeldruck geben, da ich mich mitten in den Verlagsgesprächen befinde. Die vierte Auflage ist verfügbar #WSAV ist dann verfügbar und gekürzt auf nur 462 Seiten und 104.000 Wörter, Entschuldigung. Die Verlagsversion leider erst im Mai 2016. 
Die Version für den Kindle mit 380 Seiten ist im Juni 2016 geplant. Einstufung bisher in der Kategorie Sachbuch, da alle Ereignissse belegt sind.

Nächster Tag, ein Pärchen Roter Milane zieht laut schreiend seine Kreise. Das Schreien brüllt ein Gefühl der Freiheit, es kommt nicht hindurch zu meinem ich, denn bin ich nicht frei, gefangen in mir selbst, gefangen an mein so sehnlichst erwünschtes Ende. Die Thermik der Morgensonne lässt einen gleichmäßigen, angenehm warmen Luftstrom vom Meer aus in die Höhe steigen. Auf diesem gleiten die Milane, ohne mit den Flügeln zu schlagen große Kreise drehend in die Höhe. Ruhige, leise Stimmung. Ein kalter Campari Soda aus dem Kühlschrank und ich stehe barfuß, splitternackt, auf dem noch kühlen Steinboden der großen Terrasse, und spiele den Jünger der Sonne. Die Arme im rechten Winkel vom Bauch weg, ich fühle mich fett, denn ich wiege immer noch siebzig Kilo. Fliegend schließe ich die Augen. Allein, stehe ich hier, denn Tomaso sitzt im Büro und muss arbeiten, das tut er jetzt schon seit mehreren Stunden. Das ist gut so, denn ich leihe mir gerade Zeit, Lebenszeit. Die Zeit atme ich mit geschlossenen Augen tief ein und lasse sie über die Zunge langsam entgleiten, ich taste und fühle die Ruhe auf meiner Haut. Es ist anders als sonst. Ein Standard Urlaub ist immer damit verbunden, dass man das Ende der vom Arbeitgeber genehmigten Tage klar vor Augen hat, und das ist immer so, man gibt es nur nicht zu. Wenn die Zeit keine Rolle mehr spielt, gar nicht mehr, dann ändert sich die Wahrnehmung, dann ändert sich der Ton der Zikaden: er wird dumpfer, der Wind: er wird sanfter, die Geräusche der Stadt: irgendwie ausgeblendeter, blindlings leiser. Alles läuft in Zeitlupe, ein Rausch der Zeit, ohne dass ich mir irgendetwas verabreicht hätte, die Stille der Zeit, obwohl alles laut zu hören ist und die Italiener beim Hochfahren durch die Serpentinen hupen als ob sie nie etwas Anderes taten. Der leichte Sonnenbrand von gestern schlägt um in reine, nahtlose Bräune. Im Hintergrund ist andauernd die Harfe von Gayromeo zu hören, ich interpretiere das mit „Frischfleisch is arrived“. Doch habe ich jetzt keinen Bedarf hierfür, zudem mir Tomaso von der Langweiligkeit der hier ansässigen Kerle erzählt, und wir es letzte Nacht schon ordentlich haben krachen lassen. Mein Hintern gibt ein wenig des gestrig verwendeten Gleitgels frei, aber es kümmert mich nicht, den dicken Gartenschlauch nehme ich und halte ihn mir minutenlang über meine tief braune Haut. Die Zikaden müssten bei ihrer erzeugten Lautstärke doch eigentlich explodieren, denke ich mir, und schaue weit aufs Meer hinaus. Der Salzgeruch und das Meer sind bis auf diese dreihundertfünfzig Höhenmeter intensiv zu spüren. Eine sinnvolle Beschäftigung finde ich hier schnell, um mich für das hier Erlebte zu revanchieren. Da die Bewässerungsanlage nicht richtig funktioniert, gieße ich mit dem Schlauch, und mich zwischendurch mit einem Becks.

Nächster Tag: ein bisschen Hecke scheiden, heute lässt mich Jan Ivica in Ruhe, die Eidechsen flutschen mir zwischen den Füßen hindurch. Alle vier großen Phoenix Palmen hier haben die dreifache Größe von meiner in Friedrichsfeld. Die wehrt sich dementsprechend beim Schneiden, „Aua, Pflaster“. Tja, es wird niemals ein Urlaub sein, aber dieser Ort wäre bestens dafür geeignet, auch wenn alles ein wenig zu groß ist. Frage: Was ist eigentlich ein Urlaub. Und was wäre, wenn ich einen Urlaub von mir selbst bräuchte, wo kann ich den denn beantragen, und wird der genehmigt?

Und dann wieder:

Ivica ist in Gedanken wieder da, die Imagination an das letzte Mal Mittelmeer mit ihm, ... Entspannung ist etwas Anderes…

 

Ende Facebook Eintrag

Siri ziehe ich aus der Tasche und erzähle ihr die neuesten Neuigkeiten, 

schreibe es in die Zeit, die Okkasion, die Zukunft,

genauso wie all die anderen Augenblicke, 

die sich zusammengetan haben, 

um dieses Buch zu gründen. 

All die tödlichen Tatsachen,

all die fremden Männer,

all die weißen Linien, 

und der fremde Mann, der in meinem Schatten lauerte, 

um meine nackte Seele in Besitz zu nehmen, 

der letztendlich mein Flüstern verstanden hat 

und jetzt im Schatten der Welt den Gleichschritt 

in die Bedeutungslosigkeit antritt, die in meine Augen fällt. 

Manchmal ertappst du mich, Ivica Jan, 

auch heute noch, bei den Gedanken, 

vor mir selbst weg zu laufen. 

Um sicherzugehen, 

dass kein Schmerz der Welt mich je wieder berühren wird. 

Jetzt nach dieser Zeit, möchte ich gerne bleiben, mit dir, mein Mann, 

an diesem wunderschönen Ort. Und natürlich frage ich mich manchmal, ob es etwas geändert hätte, wenn ich in einem anderen Haus gewesen wäre. In einer anderen Situation. Ja, was wäre, wenn du doch in das Klinikum gegangen wärst, so wäre es nie passiert, vielleicht, und du könntest stattdessen jetzt Leiter deiner Abteilung sein und wir wären nächstes Jahr auf Cup Verde. 

Vielleicht hätte ich nie Drogen Erfahrungen gemacht.

Vielleicht hätte ich mir selbst nie nie das Leben verweigert.

Und die Zeit dazwischen ist eigentlich nicht real

Ja! Vielleicht. Ganz vielleicht!

Aber das werden wir beide, niemals wissen.

 

Raus hier, weg von hier, laufen, rennen, das Gefühl ist stechend. Trotz dessen das ich schon wieder Bier getrunken habe, gehe ich zum Schlüsselbrett und hole den Autoschlüssel. Nicht einmal die Haustür schließe ich zu, fahre mitten in der Nacht zum Parkplatz gegenüber der Universitätsklinik am Neckarufer. Der hochbelastete Platz, bleibe kurz stehen, hole Luft, aber nichts passiert, nichts wird besser, nicht einmal die kühle Luft hilft, die Dinge etwas klarer zu sehen. Der Neckar fließt lautlos dahin, der Mond spiegelt sich hell auf den vielen kleinen Wellen. Die glitzernden Wellen dimmen sich zum Schwarz und meine Stille ist Schwarz. Sie ist schmerzhaft. Sie schwankt auf den winzigen Wellen, auf diesem langsam bewegten Fluss. Schritt für Schritt, Atemzug und Loslassen, es funktioniert nicht. Die selbige Stimmung wie zu Ivica Jans Tod auf der Intensivstation hier im Klinikum. Nach einem Rundgang durch die Mannheimer Quadrate sehe ich, dass das Klatsch, eine schwule Kneipe beim Nationaltheater, immer noch offen hat. Kein Problem um diese Zeit ein Platz zu finden. Gleich vorne mit dem Blick auf das Nationaltheater verbleibe ich. Als ich mit Tränen in den Augen ein Bier bestelle, nie war ich allein hier, kommt gleich die Bemerkung, dass der Wirt schon lange zu machen will. Ivica sitzt neben mir an der Theke, er schaut mir zu und trinkt eine Weißherbstschorle. Zumindest, habe ich das übermächtige Gefühl, dass es so ist. Hier begann unsere Beziehung. Nach dem Kennenlernen im Jails, dem großen Darkroom im Connection, waren meine ersten schwulen Ausflüge in der Innenstadt von Mannheim mit Jan Ivica im Kussmann, Klatsch und Lederclub Eins, auf den ich so endlos stolz war. Früher, ganz genau erinnere ich mich, stellte ich mir das schwule Leben viel zu kompliziert vor, dass sich verstecken müssen. Wie erstaunt war ich damals, als ich feststellte, wie einfach und wie offen unsere Gesellschaft mittlerweile geworden ist, ich mit Ivica Händchen haltend durch die Innenstadt von Mannheim laufen konnte. Manchmal nutzten wir das allerdings aus, im Leder Club, zirka zweihundert Meter vom Klatsch entfernt, eine Bar mit rein schwulem Publikum, nahm er mich ungeniert direkt auf der Theke her. Die lauten Trinkanimiersprüche des Kneipiers zwingen mich der Kopfschmerzen bedingt kurz vor die Tür zu gehen und eine Zigarre anzuzünden. Weiter gehe ich auf den großen Platz vor dem Nationaltheater mit seiner belastend schweren Vergangenheit, die vielen Orte der gemeinsamen Unternehmungen sehe ich, als ich mich umdrehe in den Grautönen der Nacht, virtuell in Farbe davor sehe ich uns laufen so wie in Fields of Gold…

Die erste erfolgreiche Lesung in Worms am Sonntag, war am 27.12.2015
Gefühlsbedingte Pausen die ich machte, um Luft holen und nicht loszuheulen, wurden verständnisvoll aufgenommen. und das war nicht selten.
Beim Teil "vier Patronen" hätte man eine Stecknadel fallen hören können.

Natürlich war die Frage warum ich das Buch geschrieben habe. Diese Antwort blieb ich schuldig.
Hast du das Buch geschrieben weil du dich an Wotan rächen willst? Fragte ein Teilnehmer
Nein, wirklich nicht aber hat in den fünfzehn Jahren sowie auch in dem Viertel Jahr danach eine wichtige Rolle gespielt,
mit dem Resümee des endgültigen Abbruchs. Es sind meine Worte, ich wollte diese niemals für einen rachsüchtigen Satz verwenden.

mehr dann in der nächsten Woche
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